
Ein globaler Elektro- und Energietechnikhersteller beauftragte binder|consulting mit der Leitung des HR‑Workstreams im Rahmen eines geplanten Carve‑Outs. Die Unterzeichnung des Deals mit einem zukünftigen Investor war innerhalb von rund zwölf Monaten vorgesehen.
- Energie
- Branche
- Branche
- 690 Mio. €
- Jahresumsatz
- 2.500
- Mitarbeitende
- 8 Länder
- Projektumfang
Die Ausgangssituation
Das Unternehmen plante die Abspaltung einer Geschäftseinheit, die seit Jahrzehnten vollständig in die HR‑Strukturen und IT‑Systeme des Mutterkonzerns eingebettet war. Für den Carve‑Out musste innerhalb kurzer Zeit ein eigenständiges HR‑Set‑up geschaffen werden, das ab dem ersten Tag nach Closing funktionsfähig, compliant und unabhängig operieren kann. Dazu gehörten unter anderem eigenständige Payroll‑ und Zeitwirtschaftssysteme, grundlegende Talent‑Acquisition‑Funktionalitäten sowie ein belastbares HR‑Daten‑ und Reporting‑Set‑up.
Die Zielsetzung bestand darin, eine schlanke, standardisierte HR‑Landschaft aufzubauen, die zukünftiges Wachstum unterstützt sowie die Komplexität der Legacy‑Systeme vermeidet. Gleichzeitig waren die internen Kapazitäten für Programmsteuerung, funktionsübergreifende Abstimmung und Change Management begrenzt. Feste regulatorische Meilensteine, Change‑of‑Control‑Vorgaben und Abhängigkeiten zu parallelen Workstreams erhöhten die Komplexität zusätzlich. Um diese Situation zu bewältigen, benötigte der Kunde einen neutralen Partner, der Entscheidungen strukturiert vorbereitet, interne und externe Stakeholder koordiniert und die HR‑Separation sicher bis zum Day-1 führt.
Zentrale Herausforderungen
Die zentrale Herausforderung bestand darin, sämtliche kritischen HR‑Prozesse und ‑Systeme unter einem strikten, regulatorisch vorgegebenen Change‑of‑Control‑Zeitplan vom Mutterkonzern zu trennen. Nach dem Closing hätte die Geschäftseinheit keinen Zugriff mehr auf Shared Services, HR‑Plattformen, Payroll‑Systeme oder Supportstrukturen des Konzerns. Daher musste innerhalb kürzester Zeit ein rechtlich konformes, eigenständiges HR‑Minimum‑Viable‑Environment aufgebaut werden – einschließlich Payroll, Zeitwirtschaft, Daten‑ und Berechtigungsmanagement sowie Reporting –, um alle personalrelevanten Verpflichtungen ohne Unterbrechung erfüllen zu können.
Ein Carve‑out dieser Größenordnung erforderte eine präzise Orchestrierung über Stakeholder, Regionen und funktionale Streams hinweg. Da die HR‑Landschaft des Mutterkonzerns tief in die übergreifende Systemarchitektur integriert war, hatte jeder Trennungsschritt weitreichende Auswirkungen – von Datenmigrationsrestriktionen und Schnittstellenentkopplung bis hin zu lokalen regulatorischen Anforderungen und arbeitsrechtlichen Fristen. Das Programm benötigte daher eine starke, neutrale Steuerung, um interne Teams und Implementierungspartner auszurichten, Geschäftsanforderungen in Day‑1‑fähige Designentscheidungen zu übersetzen und die enge Verzahnung mit parallelen Workstreams wie IT‑Separation, Finance‑Disentanglement und organisatorischer Neuausrichtung sicherzustellen.
Der Erfolg hing letztlich davon ab, ein robustes, rechtskonformes HR‑Set‑up zu etablieren, das regulatorische Anforderungen erfüllt, unterbrechungsfreie Services gewährleistet und der ausgegliederten Einheit ermöglicht, ab dem ersten Tag nach Closing unabhängig und compliant zu operieren.
Unser Beitrag zum Projekterfolg
Um die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, übernahm binder|consulting die End‑to‑End‑Verantwortung für die Steuerung des HR‑Workstreams im gesamten Carve‑Out‑Programm. Als zentrale HR‑Ansprechstelle für den veräußernden Konzern ebenso wie für das Führungsteam der ausgegliederten Einheit fungierten wir als primärer Ansprechpartner für alle HR‑relevanten Fragen, Entscheidungen und Abhängigkeiten. Unsere Rolle umfasste strategische Beratung, operative Umsetzung und cross‑funktionale Koordination – und stellte sicher, dass sämtliche HR‑Aktivitäten für eine saubere Trennung konsistent und termingerecht geliefert wurden.
Wir übernahmen eine unabhängige Programmleitung, die globale Stakeholder, lokale HR‑Teams, Implementierungspartner und IT‑Funktionen eng miteinander verzahnte. Dazu gehörte die Abstimmung der Separation mit der Corporate‑HR des Mutterkonzerns ebenso wie die Begleitung des Managements der ausgegliederten Einheit bei strategischen Entscheidungen, regulatorischen Anforderungen und Day‑1‑Readiness‑Aktivitäten. Durch strukturierte Governance und neutrale Moderation schafften wir Transparenz über alle abhängigen Workstreams, übersetzten komplexe Geschäftsanforderungen in umsetzbare Deliverables und stellten die vollständige Ausrichtung auf die übergeordnete Separation‑Roadmap sicher.
Operativ unterstützten wir die lokalen HR‑Teams in allen Ländern bei carve‑out‑spezifischen Aufgaben – von der Auswahl externer Dienstleister über die Dokumentation lokaler Prozesse bis zur Erstellung der Day‑1‑Pakete und der Organisation des Wissenstransfers aus dem Mutterkonzern. Parallel arbeiteten wir eng mit der IT zusammen, um HR‑Datenanforderungen zu definieren, die Überführung relevanter Mitarbeiterdaten zu planen und technische Abhängigkeiten in Payroll, Zeitwirtschaft, Organisationsdaten und Reporting zu lösen.
Neben System‑ und Prozessseparation adressierten wir auch weitergehende personalrelevante Themen, darunter kritische Abhängigkeiten wie Visa‑Fälle, Vertragsstrukturen oder Personalbewegungen, die den rechtlichen Closing‑Zeitpunkt beeinflussen konnten. Durch die Verbindung operativer Detailarbeit mit strategischer Steuerung stellten wir sicher, dass HR‑Risiken frühzeitig erkannt, ganzheitlich bewertet und funktionsübergreifend mitigiert wurden.
Unser übergeordnetes Ziel war zweigeteilt: erstens, eine rechtskonforme, audit‑fähige HR‑Separation für einen reibungslosen Day‑1‑Betrieb sicherzustellen; und zweitens, die Grundlagen für ein zukunftsfähiges HR Target Operating Model zu schaffen, das die neue Organisation nach dem Carve‑Out weiterentwickeln kann. Die Kombination aus strategischer Weitsicht, operativer Hands‑on‑Unterstützung und cross‑funktionaler Orchestrierung gewährleistete Kontinuität, Compliance und langfristige Skalierbarkeit.
Der geschaffene Mehrwert
Durch die Unterstützung von binder|consulting erreichte das Unternehmen eine vollständig rechtskonforme HR‑Separation und stellte einen reibungslosen Day‑1‑Betrieb der ausgegliederten Geschäftseinheit sicher. Alle kritischen HR‑Prozesse – von Payroll und Zeitwirtschaft über Daten‑ und Berechtigungsmanagement bis hin zu Compliance‑relevanten Mitarbeiterthemen – wurden erfolgreich vom Mutterkonzern entkoppelt und in ein eigenständiges Set‑up überführt. Klare Governance, strukturierte Koordination und gezielte Unterstützung der lokalen HR‑Teams ermöglichten eine konsistente Umsetzung in allen beteiligten Ländern.
Als neutraler, zentraler HR‑Koordinationspunkt zwischen veräußerndem Konzern und ausgegliederter Einheit identifizierte und löste binder|consulting funktionsübergreifende Abhängigkeiten frühzeitig, mitigierte regulatorische und mitarbeiterbezogene Risiken und stellte die vollständige Erfüllung aller Change‑of‑Control‑Anforderungen sicher. Über die Day‑1‑Readiness hinaus legte der strategische Rahmen die Grundlage für ein skalierbares HR‑Operating‑Model, das die neu entstandene Organisation künftig weiter ausbauen kann.

